Heimweh!

Ach so lang ist’s her,
Seid ich letzte Nachricht bekam.
Mir ist der Sinn betrübt, das Herz so schwer
Langsam Heimweh in mir Wurzel nahm.

Heimweh, das ich nie gekannt,
Regt sich, fühl ich,
Erhält heimlich bei mir die Oberhand.
Ach es ist zu schwer für mich.

Vieles musstest du aushalten, ausstehen,
Der Krieg brannte über die Heimat hin,
Die Sorgen über dich ergeh’n,
Derweil ich in der Ferne bin.

Lang Zeit kein Lebenszeichen,
Von meinem süßen, einzigen Glück.
Verkehrt standen des Schicksals Weichen,
Aber bald kehr ich zu dir zurück!

Malente, den 03.02.1945

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