Ein Brief

Der Soldaten Trost in dieser schweren Stund,
ist, wenn auch nicht vom eigenen Mund
eine Nachricht erhält, wenn er noch so weit
zu feiern gezwungen ist, das Fest der Weihnachtszeit.

Eine einzige Zeile, noch so klein,
ehrlich gemeint, von Herzen rein
Kann das heil’ge Fest gar nicht verschönen,
mit Härte wollte man es uns abgewöhnen.

Aber schlimm ist’s wenn im Feld,
kein Brief und Nachricht man erhält
Man macht sich Gedanken und Sorgen viel
Und kommt doch an kein klares Ziel.

Schon so lang, kein einzig’s Wort.
Von Dir mein Schatz, seitdem ich fort.
Der Krieg geht auch einmal aus,
dann bleib ich immer bei dir zu Haus’!

Osterode, den 20.12.1944

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